CHE Studie zur Standortbestimmung des dualen Studiums in Deutschland

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat Ende April die bislang größte Studie zum dualen Studium in Deutschland veröffentlicht. Die Zahl der Studierenden, die ein Studium mit längeren Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden, hat sich zwischen 2004 und 2019 vervierfacht. Zum Ende der Studie waren etwa 122.000 Studierende in einem der rund 2.000 dualen Studiengänge an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Knapp jede und jeder vierte dual Studierende studiert dabei an der DHBW.

Studierende

Der Beliebtheitstrend setzt sich fort. Das duale Studium ist erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Besonders das praxisintegrierende Studienmodell findet dabei großen Anklang. Etwa 75 Prozent der dualen Studienanfänger*innen in Deutschland entscheiden sich für die praxisintegrierende Variante ihres Studiums. Dabei sind, laut Studie, besonders gesundheitsnahe und technische Studienrichtungen bei jungen Menschen sehr gefragt. Drei Viertel der befragten Studierenden hob dabei zudem die gute berufliche Perspektive als sehr wichtigen Entscheidungsgrund hervor.

Duale Partner

Auch die befragten kooperierenden Partnerunternehmen waren sehr zufrieden. Im Ländervergleich zeigt sich dabei die starke Passgenauigkeit zwischen dem dualen Studienangebot und den Bedarfen der Dualen Partner in Baden-Württemberg. Das Bundesland belegt in dieser Hinsicht gemeinsam mit dem Saarland Platz 1. Besonders wichtig ist den Unternehmen dabei die Möglichkeit zur flexiblen Gestaltung ihrer Praxisphasen, um individuell und bedarfsgerecht agieren zu können.

Die Gründe für die Beteiligung am dualen Studium sind dabei vielfältig: „Sie schätzen die Praxisnähe des dualen Studiums (78,7 %), sehen Potentiale für die frühzeitige Bindung von Mitarbeitenden (67,2 %) und einen großen Vorteil in der betrieblichen Einarbeitung der Studierenden bereits vor dem Studienabschluss (65,6 %).“

Handlungsempfehlungen

Die Studie schließt mit weiteren Handlungsempfehlungen. Diese beziehen sich u. a. auf die rechtlichen Rahmenbedingungen des dualen Studiums, die Zusammenarbeit von Hochschulen und Betrieben sowie die vertragliche Absicherung und soziale Situation dual Studierender. An den Workshops zur Weiterentwicklung des dualen Studiums haben auch Vertreter*innen der DHBW wie die Vizepräsidentin für Qualitätsmanagement und Akkreditierung Prof. Dr. Doris Nitsche-Ruhland, der Asta Vorsitzende und Vertreter*innen Dualer Partner teilgenommen.

Zur Kurz- und Langfassung der Studie

 

Über die Studie

Die wissenschaftliche Studie zur Standortbestimmung des dualen Studiums in Deutschland wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstellt. Auch wenn die Verknüpfung von Lernorten und Integration von Theorie und Praxis herausfordernd sein kann, zeigen sich die befragten 700 Studiengangsleitungen, 3.500 dual Studierenden sowie 1.700 Vertretungen von kooperierenden Unternehmen mit dieser Studienform sehr zufrieden. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich von Oktober 2020 bis April 2022. Das Autor*innenteam von CHE Centrum für Hochschulentwicklung und Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) hat dabei die Angebots- und Nachfrageseite dualer Studienangebote sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen betrachtet. Die Studie bietet die bislang umfangreichste Standortbestimmung des dualen Studiums in Deutschland.