DHBW-Studentin fährt schnell und mit Köpfchen
02.02.2012
Das Global Formula Racing Team der DHBW Ravensburg bekommt rasante Verstärkung. Die rallyeerprobte Anna-Carin Föhner, Maschinenbaustudentin am DHBW-Campus in Friedrichshafen, tüftelt mit und soll natürlich auch einmal bei den Formula Student-Rennen als Fahrerin im Cockpit sitzen. Zudem plant sie, in 2012 die meisten Läufe zur Deutschen Rallye-Meisterschaft zu bestreiten.
„Wenn man den Rennsport-Virus einmal hat, dann bekommt man ihn nicht mehr los“, sagt Anna-Carin Föhner. Erwischt hat sie der Virus, als sie mit zwölf Jahren zum ersten Mal bei einem DTM-Rennen live dabei war. Schon bald saß sie im Kart, und der Bahn-Betreiber bescheinigte ihr auf Anhieb äußerst schnelle Gene. Was die Laichingerin seither immer wieder unter Beweis stellt: 2007 etwa schaffte sie Platz 2 im Viertakt-Kart-Cup des ADAC Baden-Württemberg. Mit 16 stieg sie dann um auf Rallyes, und im vergangenen Jahr fand sich da ein gar ungewöhnliches Gespann zusammen: Steffen Schmid aus Senden, einst professioneller Rallye-Fahrer, wollte es nochmal wissen und tat sich mit Anna-Carin Föhner zusammen – 1991, im Geburtsjahr der neuen Beifahrerin, war der „Rallye-Ruheständler“ sein letztes Rennen gefahren. Die Mischung stimmt: Bei der Baden-Württemberg Rallye 2011 überraschten sie mit Platz drei. Und das mit dem nur 125 pferdestarken Suzuki Swift – andere Teams können über diese Motorisierung nur müde lächeln. 2012 hat das Team Schmid/Föhner nun Größeres vor: Sie möchten bei fast alle Rennen zur Deutschen Rallye-Meisterschaft an den Start gehen.
Schmid als Fahrer, Föhner als Beifahrerin. Aber was, bitteschön, ist eigentlich die Aufgabe der Beifahrerin? „Ich versuche dem Fahrer so viel Denken abzunehmen wie möglich“, erklärt die 21-Jährige: „Bei einer Rallye, sagt man, sitzt das Gehirn rechts.“ Damit der Fahrer Sekunden schinden kann, muss der Beifahrer möglichst genau informieren über Strecke, Kurve, Abstände. Anna-Carin Föhner verfasst darüber akribische Aufschriebe.
Die Lizenz zum Rallyefahren besitzt die DHBW-Studentin jedoch auch: „Ich fahre gerne schnell.“ Und das kann sie künftig im Cockpit des Global Formula Racing-Teams der Dualen Hochschule unter Beweis stellen. Erste Testfahrten mit dem Rennwagen „Made im Fallenbrunnen“ hat sie bereits absolviert. Über kurz oder lang wird sie auch bei den Rennen an den Start gehen. Das Formula Student-Team von DHBW Ravensburg und der Oregon State University mischt bekanntlich regelmäßig die Formula Student auf. Im vergangenen Jahr etwa mit Platz eins beim renommierten Rennen in Hockenheim
Der Virus Rennsport schlägt voll zu. Rallyes und Rennen sind aber nicht alles, Anna-Carin Föhner sucht auch die berufliche Perspektive rund ums Auto. Schrauben und Tüfteln gehören zu ihrem Hobby dazu. Und weil ihr der Bezug zur Praxis ganz einfach taugt, hat sie sich für ein Studium im Maschinenbau in Fahrzeug-System-Engineering entschieden. Ihr Partnerunternehmen ist der Autotuner Abt in Kempten. Das passt wie der Kolben in den Zylinder.


